Wir über uns

Seit über 100 Jahren wird bereits in Gräfenhausen der organisierte Humor gepflegt. Getreu dem Motto „Allen wohl und niemand weh“. Wie kam es, dass schon im Jahre 1902 in der kleinen Gemeinde Gräfenhausen ein Karnevalsverein entstehen konnte? Ein Küfergeselle brachte die Idee von seiner Arbeitsstelle in Darmstadt nach Gräfenhausen. Ein erster Maskenball fand statt, und 11 Mann gründeten den Verein. So bekam also Gott Jokus früh als 1433ster Einwohner Gräfenhausens Zuzugsrecht. Anlässlich des 75. Vereinsjubiläums reimte der Ehrenmützenträger und Altprotokoller Karl Schnitzspan folgende Verse:

Elferrat1952
Zwei Jahr nach der Jahrhundertwende
reichten sich die Elf die Hände
zu bringen uns die Narrenfreude,
die sich erhalten hat bis heute.

Und wie sah damals aus die Welt?
Koa Telefon hot laut geschellt,
koan Radio und koa Fernsehröhre
tat den Abendfrieden störe.

Und deshalb war´n die Kinder williger,
die Kartoffel war´n viel billiger,
gegesse hon die Zwiebeldunksel
un Öl gebraucht nur für die Funsel.

Emsig war´n die Leit un fleißig
Einwohner 1432
Gott Jokus hatte schon das Wort
un 500 Rindviecher war´n im Ort.

Das sieht heute natürlich etwas anders aus. Gräfenhausen, seit 1977 ein Stadtteil von Weiterstadt, hat mittlerweile über 5.600 Einwohner und von den 500 Rindviechern ist heutzutage nichts mehr zu sehen. Auch beim KV AHOI hat sich in den zurückliegenden Jahrzehnten einiges getan. Mit über 400 Mitgliedern präsentiert sich ein Verein, in dem Jung und Alt gemeinsam versuchen, dem närrischen Publikum mit 3 Damen- und Herrensitzungen, Kindersitzung, Weiberfastnacht und weiteren Veranstaltungen ein starkes Stück Fastnacht zu bieten. Allein über 100 junge und junggebliebene Tänzerinnen und Tänzer in verschiedenen Tanzformationen (Marsch, Show und Polka), das Männerballett, die Mühlbachmatrosen, die Trommler, die Büttenredner, die Elferratsdamen und der Elferrat sorgen an den „Tollen Tagen“ für Stimmung, Spaß und gute Laune. Zum närrischen Programm gehört natürlich auch die AEWG-Sitzung mit unseren befreundeten Vereinen aus Arheilgen, Erzhausen und Wixhausen, sowie der weit über die Grenzen Südhessens bekannte AEWG-Umzug am Fastnachtssonntag. Der Gastgeber dieser zwei Veranstaltungen wechselt jährlich im AEWG-Rhythmus. Wie im Jahr 2002 zu seinem 100. Geburtstag wird der KV AHOI auch im Jahr 2013 anlässlich seines 111-jährigen Bestehens Gastgeber der AEWG sein. Sollten Sie nun Lust auf Fastnacht in Grewwehause bekommen haben, freuen wir uns schon jetzt, Sie als Gäste im Bürgerhaus Gräfenhausen begrüßen zu dürfen.

 

Chronik zum 111-jährigen Geburtstag des KV AHOI im Jahre 2013

Karnevalverein AHOI.....die Anfänge und die 11 Jahre nach dem 100. Geburtstag

Würden wir zu unserer Vereinsgeschichte generell auf die Festschrift „100 Jahre Karneval AHOI Gräfenhausen 1902 – 2002“ verweisen, hätten wir es einfach, denn dort ist sie ausführlich nachzulesen.

Bevor wir uns mit den verbleibenden letzten 11 Jahren nach dem 100. Wiegenfest beschäftigen, blicken wir doch noch einmal kurz in den Narrenspiegel und auf die Anfänge unseres Vereins zurück.

Am Fastnachtsonntag, den 9. Februar 1902, bei einem Maskenball beim „Löwenwirt“ gründeten 11 Kappenbrüder den Karnevalverein Gräfenhausen.

Im Wandel der Zeit und in anbetracht von zwei Weltkriegen verlief die Geschichte des Karnevalvereins Gräfenhausen mit Höhen und Tiefen.

Mit Prinzenpaaren und Umzügen ging es bis 1914 in Gräfenhausen bereits närrisch ziemlich hoch her. Besonders 1913, beim 11-jährigen Jubiläum, wurde ausgelassen gefeiert und bereits der dritte Umzug durchgeführt.

Der 1. Weltkrieg setzte dem Frohsinn 1914 ein jähes Ende und es wurde still um die Fastnacht. Für zehn Jahre.

Ab 1924 kam langsam wieder Schwung in die Karnevalisten. Und sogleich ging es dann schon stark auf den nächsten Höhepunkt zu, dem 25-jährigen Jubiläum. Gleichwohl musste man auf einen Umzug verzichten, denn die Behörden (französische Besetzung) gaben dazu keine Genehmigung. Der Sinn für Humor ist den Kappenbrüdern dennoch erhalten geblieben.

In den folgenden Jahren prägten die Masken- und Lumpenbälle die Fastnachtszeit, ebenso die Kindermaskenbälle im Löwensaal und die tollen Kinderumzüge durch Gräfenhausen.

Im Jahre 3x11 stand wieder einmal das ganze Dorf auf dem Kopf. Es gab einen Umzug und einen Prinzen. Er musste allerdings die Huldigung des närrischen Volkes alleine entgegennehmen, hatte er doch keine Prinzessin an seiner Seite. Warum, hier schweigen die Übermittlungen und Annalen des Vereins.

Ab 1939 verstummte die Narretei in Gräfenhausen wiederum. Diesmal für sieben Jahre. 1947 wurde dem Frohsinn in Gräfenhausen neues Leben eingehaucht. Die Gräfenhäuser Narren brachten der Bevölkerung wieder Vergnügen, Heiterkeit und Lachen zurück. 1948 musste die Währungsreform gemeistert werden. 1949 rief der KV AHOI das erste Spargelfest ins Leben. In den 50er Jahren wurde außerhalb der Kampagne auch schon mal Theater gespielt. Beim 50. Geburtstag war Maßhalten angesagt. Es gab kein Prinzenpaar und keinen Umzug. 1963 wurde die erste Mädchengarde gegründet. 6x11 (1968) und das Jubiläum zum 75.Geburtstag (1977) wurden mit Prinzenpaaren und Umzügen ausgiebig gefeiert.

1968 kam die Idee zur AEWG Gemeinschaft aus den Reihen des KV AHOI. Die Idee wurde aufgegriffen und bereits 1970 fand die erste AEWG-Gemeinschaftssitzung in Erzhausen und 1971 der erste AEWG-Umzug in Wixhausen statt. Der zweite Umzug war 1972 bei uns in Gräfenhausen, 25 Zugnummern waren damals am Start.

Die AEWG „Oldies“ Treffen sich im AEWG Wechsel seit Jahren einmal vierteljährlich, jeweils am zweiten Freitag, schwätzen über die Fastnacht früher und heute und erzählen alte und neue Witze.

Auf Anregung von dem damaligen Vorsitzenden der Gemeindevertretung Weiterstadt, Friedel Hartmann und unserem Karl Schnitzspan kam, Anfang der achtziger Jahre, ein Treffen der beiden Karnevalvereine aus Weiterstadt und Gräfenhausen zustande. Jahrelang organisierte die Stadt die Zusammenkünfte, danach richten bis heute der KVW bzw. der KV AHOI bei der Volksbank Griesheim-Weiterstadt mit deren großzügiger Unterstützung dieses Treffen weiter hin aus. Es entstand eine starke Freundschaft zwischen den Vereinen.

Unseren 100. Geburtstag feierten wir 2002 mit Sitzungen, Prinzenpaar und AEWG Umzug.

 

Die Jahre 2003 bis heute.

So wechselhaft wie die seitherige Geschichte unseres Vereins verliefen diese Jahre nicht.

Der KV AHOI macht eine erfolgreiche Fastnacht. So stehen alljährlich drei Sitzungen auf dem Programm bei denen bis zu 140 Aktive auf, hinter und neben der Bühne mitwirken.

Sitzungen und Kampagnen wurden in manchen Jahren unter ein Motto gestellt. So z.B. 2004 -Die 70erJahre/Disco, 2005-Disney, 2007-Las Vegas, 2009-Abenteuerland, 2010- Zirkus, 2011-Karneval in Venedig und 2012-Antike.

Am Rosenmontag steigt die große Kindersitzung, mittlerweile auch schon seit 1990. Die Präsidenten der Kindersitzungen: 1990 bis 1993 Steffi Bormet und Jens Bengel, 1994 und 1995 Steffi Bormet, 1996 und 1997 Tobias Kaufeld, 1998 und 1999 Denise Winter, 2000 und 2001 Anika Grühn, 2002 Katharina Klingenbeck und Alessandro Hirsch, 2003 bis 2005 Jan Lengfeld, 2006 bis 2008 Svenja Koch, 2009 bis 2011 Katharina Klingenbeck, 2012 Michelle Pröger.

In den Jahren 2006, 2010 und im Jubiläumsjahr 2013 war und ist Jubel, Trubel und Heiterkeit in Gräfenhausen mit „Spass uff de Gass“ angesagt. Die AEWG Umzüge, mit weit über 2.000 Mitwirkenden und über 100 Zugnummern, ziehen durch unser „Örtsche“. Bis über 25.000 Zuschauer lockte und lockt der närrische Lindwurm an. Ein Wechsel mit unseren Freunden aus Wixhausen, zur Reihenfolge AEGW, machte es möglich, dass der Umzug genau beim 111. Geburtstag des KV AHOI in Gräfenhausen stattfinden kann.

Eine große Erleichterung brachte uns die Anmietung der ehemaligen Feuerwehrhalle beim Bürgerhaus. Dort können wir seit 2007/2008 Umzugwagen, Fahrzeuge und Anhänger unterbringen sowie Dekorationsmaterial lagern.

Seit der Kampagne 2009/2010 stürmt der KV AHOI gemeinsam mit den Freunden vom KV Weiterstadt und 1. KC Schneppenhausen das Weiterstädter Rathaus. Der gemeinsame Rathaussturm kam auf Initiative von Bürgermeister Peter Rohrbach zustande.

2010 wurde erstmals eine Veranstaltung zur Weiberfastnacht durchgeführt. Diese löste den traditionellen Lumpenball ab.

Zweifellos stehen die zahlreichen Karnevalveranstaltungen innerhalb einer Kampagne im Mittelpunkt des Vereinsgeschehens. Aber auch außerhalb der närrischen Zeit sind die Gräfenhäuser Karnevalisten aktiv. Alljährlich trifft man sich kurz vor dem 11.11. zum Vereinsausflug und setzt damit eine gute Tradition fort. Ob die Reise nach Heidelberg, Rhauderfehn (Ostfriesland), Bad Ems, Altmühltal, Dillenburg, Saarland, Aschaffenburg/Spessart, Königswinter oder durch Darmstadt mit dem Datterich Express führte, die Ausflüge sind stets ein besonderes Erlebnis, nicht zuletzt dank der hervorragenden Organisation.

Der KV AHOI hat momentan 420 Mitglieder und ist nach der SKG der zweitgrößte Verein in Gräfenhausen.

 

Kommen wir letztlich einmal zu unserem Schlachtruf, „AHOI“. Wieso rufft ihr daonn eichentlich AHOI in Grewwehause“? Das werden wir immer wieder gefragt, denn HELAU (wird mit einem „L“ geschrieben) sei doch viel bekannter und gängiger. Betrachten wir deshalb unser „AHOI“ einmal näher.

Wo kommt denn AHOI her? Liegen wir doch nicht gerade an Gestaden wo dieser Seemannsruf zuhause wäre.

1929 war es, als unsere altvorderen Kappenbrüder einen Ausflug in den Odenwald unternahmen und dort zufällig auf Ausflügler der bekannten Carnevalgesellschaft „Feuerio“ 1898 aus Mannheim trafen. Der Schlachtruf der Mannheimer –nämlich genau dieses AHOI- gefiel den Karnevalisten aus Gräfenhausen so gut, dass sie ihn übernahmen und mit nach Gräfenhausen brachten.

 

Ein Hinweis sei uns an dieser Stelle gestattet.

HELAU ist zwar bekannter, aber keine Mainzer Erfindung, sondern kommt aus Düsseldorf. „Erst“ 1935 brachte eine Mainzer Delegation HELAU (Niederrheinischer Hirtenruf oder Ableitung von Halleluja) aus Düsseldorf mit nach Mainz. Ab 1937 wurde HELAU offizieller Schlachtruf in Mainz.

Und mit ein wenig Stolz können wir sagen, dass wir unseren Schlachtruf AHOI an Fastnacht doch schon einige Jahre länger in den Narrenhimmel schmettern als die Mainzer HELAU.

Welche Schlachtrufe oder Gesänge es vorher in Gräfenhausen gab ist nicht überliefert. Vielleicht „ein dreifach Hoch“,, Lebehoch“ „Hurrah“ oder „Hurrah die Geil“ unn „wolle ma se reulosse“…… nix genaues waaß ma net.

 

Soweit der kurze Überblick über Geschichte und Gegenwart.

Wir wünschen Allen viel Spaß und gute Unterhaltung mit und beim Karnevalverein AHOI.

Vereinsarbeit und Veranstaltungen des KV AHOI sind nur mit Unterstützung von zahlreichen Aktiven vor und hinter den Kulissen zu leisten.

Dafür herzlichen Dank.